1983

SAMMLUNG

SEEFELDER

Die Plakatsammlung Seefelder

Im Jahr 1983 übergab Prof. Dr. Matthias Seefelder dem Kunstverein Ludwigshafen eine außergewöhnliche Schenkung: eine über Jahrzehnte und aus aller Welt zusammengetragene Sammlung zeitgenössischer künstlerischer Plakate. In den folgenden Jahren erweiterte er den Bestand durch zahlreiche weitere Ankäufe stetig, sodass der Kunstverein heute mehr als 8.000 Exponate verwahrt.

Die Sammlung versteht sich nicht allein als ästhetisches Archiv, sondern als ein vielschichtiges Dokument ihrer Zeit. Die Plakate spiegeln die gesellschaftspolitischen Kontexte wider, in denen sie entstanden sind – von den künstlerischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts bis hin zu den sozialen und kulturellen Umbrüchen, die das Plakatschaffen weltweit geprägt haben. In ihrer Bandbreite an Herkunftsländern, Stilen und Themen eröffnen sie ein lebendiges und vielstimmiges Bild einer Epoche.

Der Kunstverein Ludwigshafen betrachtet diese Sammlung als Ehre und Verpflichtung zugleich. Ihr langfristiger Erhalt, ihre wissenschaftliche Erschließung und ihre Vermittlung an ein breites Publikum bilden daher zentrale Aufgaben der institutionellen Arbeit. Derzeit entsteht ein groß angelegtes Digitalisierungsprojekt, das die Sammlung künftig international zugänglich machen wird.

Im Rahmen des Jahresprogramms 2026 Noch Nicht: Utopie im Entstehen kehren ausgewählte Werke aus der Sammlung Seefelder in den öffentlichen Raum zurück: Historische Plakate aus den 1950er- und 60er-Jahren werden in Ludwigshafener Geschäften präsentiert – als kulturelle Entdeckungsroute mitten in der Stadt. Eine Stadtkarte mit allen teilnehmenden Standorten wird in Kürze hier verfügbar sein, damit Besucherinnen und Besucher die Plakate selbst erleben können.

Frühere Ausstellungen aus dem Bestand der Sammlung Seefelder umfassen u. a. Anschlag. Polnische Plakate 1952–1982 (1999/2000), Zirkus Plakate (1992) sowie Schweizer Plakate(1988). Alle Ausstellungen wurden von wissenschaftlichen Katalogen begleitet.