Emy-Roeder-Preis 2020

Emy-Roeder-Preis 2020

Junge Rheinland-Pfälzer Künstlerinnen und Künstler
12. September bis 8. November

Teilnehmende Künstler*innen:  
Tobias Becker, Christina Hartwich, Elisabeth Heil, Naehoon Huh, Valentina Jaffé, Yeonho Jang, Aneta Kajzer, Björn Kühn, Theresa Lawrenz, Leonie Licht, Katrin Nicklas, Hyunju Oh, Silke Schönfeld, Paul Schuseil, Tuğba Şimşek, Eleni Wittbrodt

Den Wettbewerb Junge Rheinland-Pfälzer Künstlerinnen und Künstler - Emy-Roeder-Preis lobt der Kunstverein Ludwigshafen bereits seit 1979 aus. Alle drei Jahre können sich Nachwuchskünstler*innen, die in Rheinland-Pfalz geboren sind, wohnen, arbeiten oder studierten, bewerben.

Aufgrund des Lockdowns Anfang März 2020 musste der bereits im November 2019 ausgeschriebene Wettbewerb mit Ausstellung zwangsläufig um ein halbes Jahr verschoben werden.  

Insgesamt sind 56 Bewerbungen eingegangen, davon wurden nach Sichtung der eingereichten Mappen 16 Kandidaten*innen – 13 weibliche und drei männliche – für die zweite Jurierung ausgewählt. Die Entscheidung der Preisträger*innen fand dann Ende Juli vor den Originalen statt. Drei Viertel der Bewerber*innen kamen von der Kunsthochschule Mainz, neun der Finalist*innen haben nach Abschluss des Studiums ihre künstlerische Arbeit als Meisterschüler*innen weiterentwickelt.

Auch wenn die Werke der 16 Finalist*innen keinen repräsentativen Querschnitt der rheinland-pfälzischen Kunstszene abbilden können, so ist es doch erfreulich, dass gleichsam alle Medien – Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie, Video, Installation und Performance – repräsentativ vertreten sind. Ein Rundgang durch die Ausstellung zeigt ein vielseitiges Kaleidoskop künstlerischer Konzepte und es sind wie immer äußerst vielversprechende Positionen junger Nachwuchstalente zu entdecken, die es weiterhin zu fördern gilt.

 

Emy-Roeder-Preis 2020

Der Emy-Roeder-Preis 2020, mit 5.200 € dotiert, geht dieses Jahr an Tobias Becker.
Tobias Becker (* 1991) war nach seinem Masterabschluss an der Kunsthochschule Mainz Meisterschüler bei Prof. Dieter Kiessling; zusätzlich hat er an der Hochschule für Künste in Bremen bei Prof. Rosa Barba ebenfalls den Meisterschülerabschluss erworben. Sein Werk wurde mehrfach mit Stipendien und Preisen ausgezeichnet. Auf den ersten Blick mag die künstlerische Arbeit von Tobias Becker einen etwas spröden Eindruck vermitteln. Wer sich jedoch von der zurückhaltenden Ästhetik und vermeintlicher Unaufgeregtheit des Werkes nicht abschrecken lässt, wird mit aktuellen Fragen zum unaufhaltsamen Wandel vom analogen ins digitale Zeitalter konfrontiert. Dieser Prozess hat unsere Sehgewohnheiten sowie unsere Vorstellungen von Wirklichkeit bereits verändert und wird dies zwangsläufig auch in Zukunft weiter vorantreiben. Auf überraschende Weise kombiniert der Künstler analoge mit digitalen Verfahren, erweckt alte, schon fast in Vergessenheit geratene Apparaturen wieder zu neuem Leben.

Tobias Becker hat bereits eine ganz eigene künstlerische Handschrift entwickelt. Seine Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld analoger und digitaler Medien. Auf beeindruckende Weise gelingt es ihm, virulente Fragestellungen zur Digitalisierung bildhaft zu veranschaulichen.

 

Förderpreis 2020

Der Förderpreis mit 2.600 € dotiert, geht an Theresa Lawrenz.
Theresa Lawrenz (*1991) ist nach ihrem Masterabschluss an der Kunsthochschule Mainz seit 2019 Meisterschülerin bei Prof. Sabine Groß. Ihre künstlerische Arbeit hat mit dem Kunstförderpreis der Freunde der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz sowie dem BMBF Deutschlandstipendium für das Meisterschülerstudium Anerkennung erfahren. Theresa Lawrenz verwendet für ihre Skulpturen und raumbezogenen Installationen bevorzugt Beton und Stahl. Beides sind Materialien, die uns sehr vertraut und von denen wir in unserem alltäglichen Leben umgeben sind. Tatsächlich ist der urbane Raum für die Künstlerin der naheliegende Ort für ihre Erkundungen und Untersuchungen. Hier lässt sie sich von Formen und Materialien, von Gebäuden, Rohbauten oder im Abriss befindlichen Häusern, von normierten städtischem Mobiliar, Flächen und Plätzen inspirieren. In ihren oftmals groß angelegten raumgreifenden Installationen geht es der Künstlerin jedoch nicht darum, Abbilder urbaner Räume zu schaffen. Vielmehr können ihre Arbeiten als architektonische Zitate gelesen werden, die sich, basierend auf Erinnerungen und räumlichen Erfahrungen, im freien Spiel von Form und Substanz artikulieren. Theresa Lawrenz’ beeindruckenden raumbezogenen Installationen zeugen von großem gestalterischem Potenzial und es gelingt der jungen Künstlerin auf überzeugende Weise, formale wie inhaltliche Aspekte in ausgewogener Balance zu halten.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog zum Preis von 10 Euro.

Mit freundlicher Unterstützung von: Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Rheinland-Pfalz, Sparkasse Vorderpfalz und GAG Ludwigshafen